Schinkli im Teig
- Lynn Blattmann

- vor 1 Tag
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Schinken in Brotteig ist ein Festessen par Excellence mit langer Geschichte
Schinken im Brottteig, oder Schinkenbrot ist seit dem Mittelalter als Festessen verbürgt. Während diese Delikatesse in Oesterreich und in Deutschland ein klassisches Osteressen ist, verstehen wir es hierzulande eher als ein etwas aus der Mode gekommenes Weihnachtsessen.
In Oesterreich wurde Schinken im Teig traditionellerweise zum Fastenbrechen an Ostern gegessen, da man zwischen Aschermittwoch und Ostern traditionellerweise, also kirchlich verordnet, gefastet hat. Fasten hiess Essen ohne Zucker, Fleisch und ohne Alkohol.
Diese Tortur wurde an Ostern mit einem Schinken im Brotteig gebrochen, der vorab vom Pfarrer gesegnet worden war. So wurde der Schinken im Brotteig zum kirchlich legitimierten Festessen, das mit Grüner Sauce, Meerrettich oder Senf und mit einem Salat und sicher mit Wein oder Bier genossen wurde. Unter dem Namen Prager Schinken wurde dieses eher deftige Gericht in der tschechischen Hauptstadt nach der Wende zum Renner.
Während im Norden und im Osten der Schinken oft in einen buttrigen Weissmehlteig auf den Tisch kam, bevorzugte man in der Schweiz eher einen Ruchmehl-Roggenteig. Ich finde einen ganz klassischen Weissbrotteig am besten.
Partyfood der 70er Jahre
In meiner Jugendzeit wurde der Schinken im Brotteig zum Partyfood und er wurde als Weihnachtsessen entdeckt. Doch das Gericht polarisierte zunehmend auch innerhalb von Familien.Von den einen wird es bis auf den heutigen Tag geliebt, während andere die Nase rümpfen, was dazu führte, dass dieser Leckerbissen bei uns kaum mehr aufgetischt wird.
Das ist schade, denn richtig zubereitet, schmeckt der Schinken im Brotteig herrlich und ist kombiniert mit einem feinen Salat ein unaufwändiges und cooles Festessen, das die Stimmung schon vorab hebt, wenn der herrliche Duft von frischem Brot und feinem Schinken durchs Haus zieht und uns leer schlucken lässt.
Einfaches Rezept für Schinken im Brotteig
Der wichtigste Tipp für dieses Gericht ist ein vorgegarter Schinken, also einen, der vorgekocht ist und der nur noch in heissem Wasser ziehen muss um warm zu werden. Ein Schüfeli geht auch, aber das ist meist trockener als der Schinken.
Mit so einem Schinkli kann wirklich nichts schief gehen!
Gerade weil so viele Angst haben zuzunehmen würde ich das Verhältnis Schinken zu Teig ca. 1:1 nehmen. Die Brotkruste schmeckt nämlich herrlich und sie passt auch hervorragend zum Salat, sie darf sich also ruhig vom eher dünnen und feinen Teig eines Filets Wellington unterscheiden. Hier geht es nämlich um ein Schinkenbrot der feinsten Sorte. Wer das Brot nicht mag, soll sich am Schinken laben und wer nur wenig Fleisch essen will, wird das feine Brot umso mehr geniessen.
Zutaten:
Teig:
300 gr Weissmehl
2dl Wasser
1/2 TL Trockenhefe
3/4 TL Salz
1-2 TL Olivenöl
Füllung:
1 Rollschinkli ca. 600 -800 gr
Evtl Senf zum Bestreichen des Schinklis
Zubereitung:
Mehl, Wasser und Hefe mischen bis ein gleichmässiger Teig entsteht.
Teig 20-30 Minuten ruhen lassen
Dann Salz zugeben und kneten bis er geschmeidig wird.
Zugedeckt 2-3 Stunden gehen lassen.
Schinkli nach Zubereitung des Teigs aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Raumtemperatur annehmen kann, trocken tupfen und vor dem Einpacken mit etwas Senf bestreichen.
Arbeitsfläche mit 1-2 TL Öl benetzen, Teig auf dem Öl flach ziehen, Schinkli in die Mitte legen und oben verschliessen.
Schinken im Brotteig auf einem Backblech in den auf 230% Ober und Unterhitze vorgeheizten Ofen schieben und ca. 40 Minuten backen bis Brotteig knusprig und leicht gebräunt ist.
Vor dem Servieren ca. 15 Minuten im warmen Ofen nachziehen lassen.
Mit einem frischen Salat, frischem Meerrettich, Senf oder einer Grünen Sauce geniessen.
ich mag ein schäumendes dunkles Bier dazu!
Der Brottteig kann auch variiert werden, zum Beispiel Schinken im Vollkornteig, oder im Sauerteig, ebenfalls sehr fein.




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