Warum mir das Essen so wichtig ist

In diesem Blog geht es um die Vielfalt unserer Lebensmittel. Denn wir haben noch nie in einer Welt gelebt, in der es so viele verschiedene Dinge zu essen gab. Wir sind also im besten Sinn well-off mit Essen. Selbst in der Coronakrise ist unser Lebensmittelangebot nahezu uneingeschränkt. 

 Nur leider haben viele das Kochen und das Essen verlernt.

In meiner Jugendzeit mussten die jungen Frauen sogar in Gymnasien ein hauswirtschaftliches Obligatorium absolvieren, Kochen und Haushaltführung war ein Pflichtfach für alle Mädchen. Leider ging es damals statt ums Kochen und Essen viel mehr um die Einübung der Rolle als Hausfrau und Mutter. Kein Wunder rebellierten wir damals dagegen. Wir wollten auch geometrisch Zeichnen lernen und gleichberechtigt werden mit den Jungs, die von der Küchen- und Hausarbeit befreit waren. Dann kam die Lebensmittelindustrie so richtig in Fahrt und machte uns die Kocherei immer einfacher. Dies begann zwar schon mit den Suppenwürfeln vor der vorletzten Jahrhundertwende, aber so richtig Schuss bekam das Convenience Food ab den 90er Jahren als die Frischravioli, die Gnochi und die marinierten Grillstücke aufkamen. Gleichzeitig verloren die Hausfrauen noch den letzten Glamour. Wer zuhause Früchte einmachte oder eigenes Brot buk, galt als hoffnungslos veraltet. Dadurch verlernte unsere Gesellschaft das Kochen und die Lust an der Vielfalt unserer Lebensmittel. 

Mit den Grünen begann seit den 1980er Jahren eine Gegenbewegung. Man begann sich auf möglichst einfache und gesunde Arten der Lebensmittelproduktion zurückzubesinnen und bald konnten auch die Grossverteiler nicht mehr am Bioboom vorbei schauen. Innovative Landwirte begannen nicht nur nach biologischen Richtlinien zu produzieren, sie besannen sich auch wieder auf alte Sorten zurück. Ein Beispiel dafür ist die Stiftung pro Specie Rara, die alte Sorten kultiviert und sie seit Jahrzehnten mit grossem Erfolg wieder "salonfähig" machte.

Heute ist das Lebensmittelangebot so breit und vielfältig wie nie zuvor, lasst uns damit etwas zubereiten, was unseren Körpern unseren Seelen und unseren Freundschaften gut tut. 

über mich:

Als Kind habe ich wenig gegessen, aber es gab Gerichte, die sind für mich bis heute unvergesslich, zum Beispiel die Sauce zum Sonntagsbraten meiner Grossmutter, die ich immer mit frischem Brot auftunken durfte, oder das simple Weissbrot, das die Bäuerin auf dem Hof neben uns jeweils einmal pro Monat aus eigenem Mehl im Holzofen buk. Ein vergleichbares Brot habe ich erst bei John Baker in Zürich fünfzig Jahre später wieder gekostet.

Ich bin Historikerin und seit meiner Kindheit begleitet mich das Interesse an Landwirtschaft und traditioneller Nahrungsmittelherstellung.

In diesem Blog finden alle diese Interessen endlich einen Ort.

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